Ein Docker-Container – und Deine Anwendung läuft überall

„But it works on my machine!“

Diese allseits bekannte Entwickler-Wahrheit deutet schon seit langem darauf hin, daß die Portierung einer perfekt funktionierenden Anwendung in einen anderen Kontext immer schwieriger wird. Immer mehr Tools, Konfigurationen und unvorhergesehene Sicherheitsbestimmungen.. da kann die Präsentation der schönsten Anwendung zum frustrierenden Erlebnis werden.

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Transport im Docker-Container

Die Macher von Docker haben sich gedacht, daß es ja wohl nicht sein kann, daß die Menschheit mittlerweile Waren in jeglicher Form an jeglichen Ort der Welt verschiffen kann, aber die IT-Welt es immer noch nicht hinkriegt, problemlos eine Anwendung von einem Kontext in den nächsten zu portieren. In Anlehnung an diese Allegorie wurde 2013 der Docker-Container erfunden. Ebenso wie ein großer Schiffscontainer ein einheitliches (seit 1956 nach ISO-Norm standardisiertes) Format hat, das gleichermaßen von Schiffen und LKWs transportiert und gestapelt werden kann und mit beliebigem Inhalt zu befüllen ist, ist der Docker-Container dafür zuständig, eine Anwendung beliebiger Art so in sich zu kapseln, daß der Container alle Kontextinformationen übernimmt und sich problemlos in verschiedene Umgebungen verschieben lässt.

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Quelle: Eine Folie des Docker Erfinders Solomon Hykes aus seiner Präsentation während der DockerCon Konferenz im Juni 2014.

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Lisp für Anfänger – Alles ist eine Liste

Da ich in letzter Zeit schon mehrfach Wundersames über die Programmiersprache Lisp gelesen habe, wollte ich nun endlich selbst ausprobieren, was es damit auf sich hat. Bei Lisp denken die meisten erstmal an furchtbar viel Mathe oder an eine uralte Sprache, die heute wohl kaum noch einer benutzt. Richtig ist, daß der Kreis der Lisp-Programmierer eher eine verschworene kleine Gemeinschaft als eine große Mainstream-Bewegung ist und der Ursprung der Sprache basiert ganz klar auf mathematischen Grundlagen. Trotzdem ist der Einstieg nicht schwer und jeder kann das mit einfachen Mitteln ausprobieren. Die schlichte Schönheit der Sprache lässt sich dabei schnell erkennen.

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Paul Graham sieht die nach wie vor geringe Verbreitung von Lisp als Wettbewerbsvorteil für Lisp-Programmierer an. Konkurrenten müssten nach Graham in sogenannten „Blub-Sprachen“ programmieren und wären dadurch weit weniger flexibel in der Entwicklung. Dies ist natürlich recht überheblich formuliert, allerdings betonen doch eigentlich alle Lisp-Programmierer, welche Vorteile Lisp gegenüber allen anderen Sprachen hat und warum eben diese anderen Sprachen niemals genau diese Vorteile haben werden. Es sei denn, man baut sie zu Lisp um 🙂 Jeder mag natürlich die Sprache die er am besten kann am liebsten, dennoch lohnt es sich eigentlich immer über den Tellerrand hinauszuschauen.

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Lisp wurde 1958 erstmals von John McCarthy am Massachussets Institute of Technology (MIT) als theoretische Erforschung einer mathematischen Syntax spezifiziert. Einer seiner Studenten implementierte dies schließlich als Programmiersprache. Seitdem wurden zahlreiche Lisp-Dialekte entwickelt, doch die Basis blieb stets dieselbe. Nach Fortran ist Lisp die zweitälteste Programmiersprache, die noch in Verwendung ist.

Der Begriff Lisp bedeutet „List Processing“  (Listen-Verarbeitung) und tatsächlich ist in Lisp alles eine Liste. Listen können beliebig verschachtelt sein und es läßt sich alles damit ausdrücken. So sind auch Programmanweisungen Listen, wobei das erste Element der Liste die auszuführende Funktion darstellt. Dies kann zum Beispiel ein Operator sein, wie bei Addition oder Multiplikation:

(* 3 (+ 2 5))

Wer als Ergebnis 21 herausbekommt, hat das Prinzip schon verstanden 🙂

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JIRA-Administration: Anzeigen von benutzerdefinierten Werten in Scripted Custom Fields

Für JIRA-Vorgänge lassen sich standardmäßig jede Menge benutzerdefinierte Felder hinzufügen, die jedoch vom Bearbeiter dann manuell ausgefüllt werden müssen. Um in benutzerdefinierten Feldern automatisch Werte anzeigen zu lassen (read-only), die auf Berechnungen auf Werten aus der Datenbank basieren, können Scripted Custom Fields verwendet werden.

In folgendem Beispiel wird ein Feld zu einem JIRA-Vorgang hinzugefügt, in welchem angezeigt wird, wie lange sich ein JIRA-Ticket in einem bestimmten Workflow-Status befunden hat. Dies ist beispielsweise für die Ausgabe eines Berichts über die Bearbeitungsdauer der Tickets in einem Projekt interessant. Alle Felder können nämlich auch in Spalten eines Excel-Exports oder in Diagrammen auf dem Dashboard angezeigt und ausgewertet werden.

Hierzu muss zunächst das kostenlose Script-Runner-Plugin in der JIRA-Instanz installiert werden.

Als nächstes wird in der System-Administration von JIRA ein neues benutzerdefiniertes Feld angelegt. Um die Zeit des Vorgangs in dem Status „In Progress“ zu berechnen, erstellt man ein Feld „Time In Progress“ und benutzt dafür den durch das Plugin hinzugefügten neuen Typ „Scripted Field“.

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Erstellen einer TimeSlider Animation mit GWT

In meiner letzten GWT-Webanwendung ging es unter anderem um die Animation von grafischen Elementen. Zum Beispiel sollten U-Bahnen in einem U-Bahnnetz dargestellt werden und der Nutzer sollte die Animation für einen selbstgewählten Zeitraum abspielen können. So sollten z.B. alle U-Bahnen, die zwischen 6 Uhr und 10 Uhr morgens eine bestimmte Station passieren, animiert werden. Diese Animationen habe ich mit JavaScript gebaut. Die Steuerung der Animationen wollte ich jedoch mit GWT-Elementen in die Anwendung einbauen. Dazu brauchte ich Buttons zum Starten und Stoppen der Animation, sowie eine Zeitanzeige, die den Fortschritt der Animation darstellt. Ich war mir ziemlich sicher, daß dies eine Standardfunktion ist, für die es passende Bibliotheken gibt.

Vorhandene Bibliotheken für einen GWT-Slider

Nach langwierigen Recherchen für diesen Anwendungsfall bin ich jedoch nicht fündig geworden. GWT bietet von sich aus keine fertigen Slideranimationen an. Es gibt zwar eine SliderBar im Inkubator, aber diese ist bisher nicht in die offizielle Bibliothek aufgenommen worden.

Ausprobiert habe ich unter anderem die gwt-slider-bar-Bibliothek.  Dies ging zwar in die richtige Richtung, aber der Overhead zum Installieren und Benutzen der Bibliothek war relativ groß und die grafische Umsetzung gefiel mir auch nicht besonders. Diese ist zwar komplett in CSS konfigurierbar, aber dann ist der Nutzen der Bibliothek insgesamt relativ gering. Ein Entwickler von devbliss bietet übrigens einen Cleanup dieser Bibliothek an, mit einer Mavenintegration und besserer Usability der CSS-Styles.

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Schöne Slider gibt es von JQuery oder anderen JavaScript-Bibliotheken. Eine gute Lösung zur Einbindung eines JQuery-Sliders in GWT wird hier vorgestellt.

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Aber moment mal: ich wollte doch eigentlich in GWT mit Java programmieren! Die Integration von JavaScript in GWT ist immer etwas umständlich und man muss die JSNI-Methoden verwenden. Ich kam also zu dem Schluss, dass es einfacher ist, einen eigenen Slider mit den vorhandenen GWT-Elementen zu bauen. Da dies einwandfrei und relativ flott funktioniert hat, möchte ich euch diese Variante hier vorstellen.

 Grafische Elemente des TigerTech TimeSliders

Ein Slider besteht aus den folgenden Elementen: einem Hauptpanel, in welchem sich der Slider bewegt, einem SliderHandle, der von links nach rechts wandert und jeweils einem Panel auf der linken sowie der rechten Seite des SliderHandles, deren Größe sich während der Animation ändert.

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Entscheidung für ein passendes Web Application Framework

Du hast eine spitzen Idee für eine Web-Anwendung und willst am liebsten gleich losprogrammieren. Aber beim Einrichten Deiner Entwicklungsumgebung fällt Dir ein, daß du gerne mal etwas Neues ausprobieren möchtest, das Dir ein paar Arbeitsschritte erspart und ein schickes modernes Design liefert. Du möchtest gerne ein Web-Application-Framework verwenden.

Ein Web Application Framework ist grundsätzlich für die Entwicklung von dynamischen Webseiten, Webanwendungen oder Webservices ausgelegt. Damit werden sich wiederholende Tätigkeiten vereinfacht, die Wiederverwendung von Code und die Selbstdokumentation der Software-Entwicklung gefördert. Begibt man sich allerdings auf die Suche stellt man schnell fest, daß es unendlich viele Möglichkeiten gibt. Deshalb sollte man zunächst festlegen, welche Anforderungen man an ein solches Framework hat und dann die Alternativen nach diesen Anforderungen hin abklopfen.  Die Frage nach richtig oder falsch läßt sich natürlich so einfach nicht beantworten, aber gut ist es doch ein paar Vor- und Nachteile zu kennen.

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Datenbanken für Couch Potatoes und Big Data Management

No more SQL?

Viele Entwickler verwenden heute Datenbanken, die ohne oder mit wenig SQL auskommen. Ein Trend der sich NoSQL nennt.

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Der Begriff NoSQL wird zunächst durch das defniert was er nicht ist, nämlich kein SQL. Er wurde erstmalig 2009 von Eric Evans für ein Event in San Francisco verwendet. Vorrangig sollte er als provokative Phrase aufgefasst werden, als Abgrenzung zu der strukturierten Abfragesprache SQL. NoSQL hat zum Ziel, Alternativen zum allgegenwärtigen relationalen Datenbankmodell und üblichen Datenbanktechnologien aufzuzeigen, die für bestimmte Anwendungsfälle besser geeignet sind. Mit dem Web2.0 und dem damit einhergehenden Bedarf nach der Verarbeitung großer Datenmengen erfuhren NoSQL-Datenbanken ein sehr schnelles Wachstum. Die Vereinigung fast aller nicht relationaler Datenbanken unter dem Begriff NoSQL zeigte eine ernstzunehmende Alternative zu SQL-Datenbanken auf. Mittlerweile wird der Begriff von großen Teilen der Community als „Not-only-SQL“ aufgefasst, um somit die strikte Abgrenzung wieder aufzuweichen. Es gibt auch viele Hybrid-Lösungen. Je nach Anwendung gilt es die richtige Datenbank auszuwählen und in vielen (vor allem sicherheitskritischen und komplexen) Fällen ist eine relationale Datenbank auch nach wie vor die richtige Lösung. Die NoSQL-Bewegung setzt sich grundsätzlich für eine freie Datenbankauswahl ein und schärft das Bewußtsein für das große Spektrum an Datenbanken, das zur Verfügung steht.

Im NoSQL-Archiv von Dr. Prof. Stefan Edlich sind alle NoSQL-Datenbanken aufgeführt, aktuell bereits 150!

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„Git“ your work done and don´t mess with your team!

Verteilte Versionsverwaltung mit GIT

Wichtigstes Tool für die Softwareentwicklung im Team ist eine funktionierende Versionsverwaltung. Nach den zentralisierten Systemen CVS, Subversion und anderen, ist aktuell das verteilte System Git das Tool der Wahl mit coolen neuen Features. Es ist besonders gut geeignet für große, verteilte OpenSource-Projekte, um viel Diskussion um Commit-Zugänge zu vermeiden und es jedem Entwickler einfach zu machen, seinen Code hochzuladen ohne alles kaputt zu machen. Bei Git gibt es kein zentrales Repository, sondern viele verteilte Branches die untereinander ausgetauscht werden können.

Git ist Open Source und wurde ursprünglich für die Quellcode-Verwaltung des Linux-Kernels entwickelt. Durch eine Lizenzveränderung des damals benutzten BitKeeper-Systems, konnten die Linux-Entwickler dies nicht mehr kostenlos verwenden, weshalb der Linux-Erfinder Linus Torvalds 2005 mit der Entwicklung einer neuen Quellcode-Management-Software begann, „because I hate CVS with a passion“. (Zitat aus seinem Vortrag bei Google Talks 2007, sehr empfehlenswert und sehr lustig, besonders seine grandiosen Slides :))

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=4XpnKHJAok8]

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Atlassian-Plugins schreiben für Jedermann

In Vorbereitung auf das große Atlassian-Entwickler-Event „AtlasCamp“ in Amsterdam Ende Mai habe ich mir endlich mal angeschaut wie man denn ein eigenes Plugin für die Atlassian-Produkte schreibt. Die riesige Anzahl von Plugins im Atlassian-Marketplace läßt vermuten, daß die Pluginentwicklung von Atlassian gut unterstützt und gefördert wird und auch auf dem AtlasCamp ist sie das zentrale Thema.

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Nachdem ich das nun ausprobiert habe kann ich nur sagen: Toll gemacht Atlassian! Ein erstes Plugin kann wirklich jeder ohne jegliche Hindernisse erstellen! Die Anleitung ist detailliert und gut verständlich, selbst für Nicht-Programmierer durchführbar und die Erfolgserlebnisse treten schon nach kurzer Zeit ein. Ein erstes HelloWorld-Plugin läßt sich in weniger als einer Stunde schreiben und in einer eigenen JIRA-Instanz, die gleich mitgeliefert wird, aufrufen und ausprobieren. Als einzige Systemvorraussetzung muss ein Java SDK 1.6.*  installiert und der Port 2990 offen und zugänglich sein, aber auch hierfür gibt es eine detaillierte Anleitung. Alles andere wird von dem Atlas-SDK mitgebracht, neben einer Jira-Standalone-Version auch Maven 2.1.0 und ein Tomcat 6-Server.

Die genaue Anleitung auf englisch von Atlassian findet ihr hier. Ich werde nur eine kurze Zusammenfassung geben, um euch auf den Geschmack zu bringen 🙂

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Ruby rules! Von japanischen Edelsteinen und RailsGirls

Ruby ist eine Programmiersprache aus Japan die seit Anfang der 90er Jahre revolutionäre Wege geht. Die Besonderheit von Ruby findet sich in der Balance zwischen Einfachheit und Leistung. Fans nennen es schön und künstlerisch, aber gleichzeitig funktional und praktisch.

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Ihr Schöpfer Yukihiro “matz” Matsumoto vermischte Teile seiner Lieblingssprachen (Perl, Smalltalk, Eiffel, Ada und Lisp) und formte daraus eine neue Programmiersprache. Er betonte, daß er versucht “Ruby natürlich zu machen, nicht einfach”, als Spiegel des echten Lebens. Den Namen, hergeleitet vom Edelstein Rubin, wählte er als Anspielung auf die Programmiersprache Perl.

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Bild: Quelle Wikipedia

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